Die politische Bildungsarbeit des Stadtjugendrings Weinheim e. V. umfasst nicht nur aktuelle Angebote zu Wahlen und zum politischen Geschehen der Gegenwart. Ebenso wichtig ist der Blick in die jüngere Vergangenheit und die Verantwortung, die sich daraus für heutige Generationen ergibt. Vom 3. bis 10. Januar 2026 machten sich zehn Schüler*innen des Werner-Heisenberg-Gymnasiums gemeinsam mit Abu-Bakar Bajala und Nico Gaber vom Stadtjugendring Weinheim e. V. auf den Weg nach Oświęcim (Auschwitz). Ziel der Reise war die Teilnahme an der trilateralen Gedenkstättenfahrt „Auschwitz mit eigenen Augen sehen“, die junge Menschen aus Deutschland, Frankreich und Polen zusammenführte.
Die Anreise erfolgte gemeinsam mit dem Zug von Weinheim in die polnische Stadt Oświęcim – ein bewusster Auftakt für eine intensive Woche des Erinnerns, Lernens und der Begegnung. Vor Ort traf die Gruppe auf Schüler*innen aus den beiden Partnerländern und wuchs innerhalb kürzester Zeit zu einer internationalen Gemeinschaft zusammen.
Auf den Spuren des ehemaligen Zeitzeugen Stanislaw Hantz erkundete die trilaterale Gruppe die Geschichte der Stadt Oświęcim, besuchte die Internationale Jugendbegegnungsstätte, das Stammlager Auschwitz I sowie das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II). Die historischen Orte hinterließen bei allen Teilnehmenden tiefe Eindrücke.
Viele der Jugendlichen beschrieben die Erfahrung als überwältigend und nachhaltig prägend, schließlich sei es etwas ganz anderes, diese Orte des Schreckens mit eigenen Augen zu sehen. „Die Geschichte fühlt sich plötzlich sehr nah und real an“, berichtete eine Schülerin.
Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung spielte der internationale Austausch eine zentrale Rolle. Trotz unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Religion entstanden enge Gespräche, gemeinsames Nachdenken, aber auch Momente des Lachens. Es wurde zusammen getrauert, gelernt und sich gegenseitig Halt gegeben.
Nico Gaber, Leiter der Fahrt, betonte die besondere Bedeutung solcher Begegnungen:
„Diese Woche hat gezeigt, dass Erinnerung nicht trennt, sondern verbindet. Wenn junge Menschen gemeinsam Verantwortung für die Geschichte übernehmen, entsteht etwas sehr Wertvolles – Menschlichkeit, die über Grenzen hinausgeht.“
Innerhalb weniger Tage wurden aus Fremden Vertraute – eine Gruppe, die füreinander da war, sich gegenseitig Trost spendete und gemeinsam mit neuen Perspektiven nach vorne blickt. Die Gedenkstättenfahrt machte deutlich, wie wichtig internationale Jugendbegegnungen für eine lebendige Erinnerungskultur sind.
Gemeinsam gegen das Vergessen – gemeinsam für eine menschliche Zukunft.








