
Am 8. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Vor diesem Hintergrund organisierte der Stadtjugendring Weinheim e.V. erneut für Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schulen sowie altersentsprechender Klassen in Weinheim eine U16-Wahl.
Ziel dieses bundesweit bewährten Projekts der politischen Bildung ist es, jungen Menschen demokratische Prozesse frühzeitig näherzubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, den Ablauf einer Wahl realitätsnah kennenzulernen.
Die U16-Wahl versteht sich ausdrücklich nicht als politisches Meinungsinstrument, sondern als didaktisches Format, das Demokratie erfahrbar macht, erklärt Stadtjugendring-Geschäftsführer Martin Wetzel.
Drei Schulen beteiligten sich in diesem Jahr an der Aktion: die DBS Werkrealschule, das PGW und die Friedrich-Realschule. Insgesamt wurden über 500 Stimmzettel verteilt. Die Teilnahme war freiwillig, anonym und unabhängig von Herkunft oder Nationalität. Im Mittelpunkt stand eine Wahlsimulation mit echten Wahlzetteln, Wahlurne und geheimer Stimmabgabe. Die Schülerinnen und Schüler informierten sich im Vorfeld über Parteien und Kandidierende, diskutierten im Unterricht und trafen anschließend ihre persönliche Wahlentscheidung.
Damit übten sie zentrale demokratische Kompetenzen ein: informieren, diskutieren,
abwägen, entscheiden und abstimmen. Interessierte Schulen konnten sich im Vorfeld anmelden und erhielten ein kostenloses Wahlpaket zur Durchführung der U16-Wahl in ihren Klassen. Die ausgefüllten Stimmzettel wurden abgeholt. Alternativ bestand die Möglichkeit, direkt in der Jugendeinrichtung MOJA in der Bahnhofstraße 19 in Weinheim zu wählen. Dort war ein Wahllokal eingerichtet, in dem sich Jugendliche zusätzlich über die anstehende Landtagswahl informieren konnten. Um 18 Uhr schloss das Wahllokal, anschließend begann die öffentliche Auszählung der Stimmen.
Die öffentliche Auszählung, an der sich die Besucher des MoJa rege beteiligten ergab:
Erststimme
CDU, Dr. Bastian Schneider – 94 Stimmen (23,98 %)
Grüne, Fadime Tuncer – 69 Stimmen (17,60 %)
SPD, Sebastian Cuny – 67 Stimmen (17,09 %)
AfD, Christian Schäfer – 53 Stimmen (13,52 %)
Die Linke, Justus Heine – 52 Stimmen (13,27 %)
FDP, Christian Schwarz – 42 Stimmen (10,71 %)
Dr. M. Jinang – 8 Stimmen (2,04 %)
Volt, Kevin Grimmeisen – 6 Stimmen (1,53 %)
Die Partei, Jessica Vierling – 1 Stimme (0,26 %)
ungültige 19
Zweitstimme:
CDU 81 21,37 %
Afd 69 18,21 %
SPD 64 16,89 %
Grüne 56 14,78 %
die Linke 45 11,87 %
FDP 26 6,86 %
Tierschutz 10 2,64 %
Volt 8 2,11 %
sonstige: 28 8,95%
ungültige 24
Die Resonanz bei den Jugendlichen war durchweg positiv. Eine Schülerin berichtete: „Ich fand es spannend, mal wirklich einen Wahlzettel auszufüllen. Jetzt weiß ich, wie das später funktioniert.“ Ein anderer Teilnehmer erklärte: „Man merkt erst beim Ankreuzen, dass man sich vorher informieren muss. Das war gar nicht so leicht.“ Auch das Gefühl, beteiligt zu sein, spielte eine Rolle: „Ich finde es gut, dass wir auch mitreden dürfen – auch wenn es nur eine Übung ist.“
Auch die Mitarbeitenden des Stadtjugendrings Sarah Wachter, Marvin Sieger und Jonas Möhler zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf. „Unser Ziel ist es nicht, politische Meinungen zu beeinflussen, sondern demokratische Kompetenzen zu stärken. Die Jugendlichen sollen verstehen, wie Wahlen funktionieren“, betonte ein Teammitglied. Der Geschäftsführer des Stadtjugendrings Weinheim Martin Wetzel unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Die U16-Wahl ist ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung in Weinheim. Demokratie lebt vom Mitmachen – und das üben wir hier ganz konkret. Wir
möchten Hemmschwellen abbauen und jungen Menschen Sicherheit im Umgang mit demokratischen Prozessen geben.“ Mit Blick auf die hohe Beteiligung ergänzte er: „Die vielen abgegebene Stimmen zeigen, dass das Interesse vorhanden ist. Jetzt liegt es an uns Erwachsenen, junge Menschen weiterhin ernst zu nehmen und politische Bildung nachhaltig zu fördern.“ Die U16-Wahl 2026 in Weinheim habe damit eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig niedrigschwellige und praxisnahe Angebote der politischen Bildung sind. Demokratie beginnt nicht erst mit dem Erreichen des Wahlalters – sie wächst durch Erfahrung, Beteiligung und das bewusste Erleben demokratischer Prozesse.
(Erstellt am 02. März 2026)
Quelle: https://weinheim.de/startseite/stadtthemen/mitteilung+02_03_26+9_50.html

